Wie alles begann
Seit über 40 Jahren bin ich ein begeisterter Fotograf und in dieser Zeit sehr verschiedene Kamera-Equipments verwendet. Angefangen hat alles in den 80er Jahren mit den analogen Spiegelreflexkameras von Nikon, der F-Serie. Meine letzte analoge Kamera war eine Nikon F65. Kleinbild- oder Diafilme waren teuer; von meiner ersten mehrwöchigen USA-Reise bin ich mit 10 Diafilmen, also ca. 360 Dias zurückgekehrt. In den heutigen Zeiten der Digitalfotografie ist das ein Pensum für ein bis zwei Tage.

Meine erste Digitalkamera habe ich mir Ende der 90er Jahre gekauft. Es war eine Nikon Coolpix 800 zum Preis von ca. 1.500 DM. Die Kamera hat eine Brennweite (KB) von 38–76 mm und einen Sensor mit 2,11 MP.
Die ersten Aufnahmen ließen in Bezug auf die Belichtung, die Helligkeit und die Schärfe noch zu wünschen übrig. Das nachfolgende Bild entstand 2001 in Bergen aan Zee in den Niederlanden.

Mit der Nikon D50 habe ich dann den endgültigen Wechsel von der analogen zur digitalen Fotografie vollzogen. Es folgten die NIKON-Modelle D60, D7000, D7100 und zuletzt die D7200. Parallel besaß ich ein großes Arsenal an Objektiven vom Superweitwinkel bis zum 600-mm-Teleobjektiv. Letztlich war ein großer Fotorucksack erforderlich, um zumindest einen Teil des Equipments mit in den Urlaub zu nehmen. Hinzu kamen noch Stativ, eine Reihe von Akkus incl. Ladegeräten, Reinigungsgeräte für Kamera und Objektive etc.
Für kurze Reisen habe ich daneben noch eine Reihe von Kleinbildkameras von Panasonic, Sony und weiteren Herstellern in Betrieb gehabt, sodass sich meine Vitrine im Schrank langsam in eine große Auslage für ein Fotogeschäft verwandelt hat.
Konsolidierung
Anfang 2020 habe ich meine Ausrüstung erstmals reduziert. Mein gesamtes Nikon-Equipment habe ich verkauft. Für die Reisen habe ich mir eine Panasonic DC-FZ1000 II gekauft. Bei dieser Kamera handelt es sich um eine sogenannte Bridgekamera mit einem fest eingebauten Leica-Objektiv mit einem großen Zoombereich zwischen 25 und 400 mm. Mit 800 Gramm ist das Gewicht auch für eine längere Tagestour akzeptabel. Zudem entfällt der Objektivwechsel. Die Blende zwischen 1:2,8 und 4,0 reicht auch für Aufnahmen in Kirchenschiffen, wenn es sich nicht gerade um eine Kirche handelt, deren einzige Lichtquellen ein paar wenige Kirchenfenster sind.
Neben der Bridgekamera habe ich weiterhin Kompaktkameras verwendet.
In den vergangenen 10 Jahren ist die Kamerafunktion in den Smartphones immer besser geworden. Die Bildqualität hat sich extrem verbessert und entspricht heute Kompaktkameras der Mittelklasse – teilweise übertrifft sie diese sogar. Ein Grund ist die von den Herstellern wie Apple oder Samsung entwickelte Software, die die bauartbedingten Nachteile der kleinen Kamerasensoren ausgleichen kann. Während meiner Reisen habe ich immer wieder Leute getroffen, die ihre Kameraausrüstung komplett gegen ein Smartphone getauscht haben.
Aktuelles Kamera-Equipment
Heute verwende zum Fotografieren drei verschiedene Kameratypen:
- Für den täglichen Gebrauch und Kurzreisen ohne große touristische Höhepunkte mein Smartphone Samsung S25 Ultra.
- Für Reisen ohne besondere Herausforderungen an die Fotomotive oder wo das Mitführen einer umfangreichen Kameraausrüstung nicht opportun ist: Sony DSC RX100 VI.
- Und das große Besteck in Form einer Sony Alpha 6700 mit verschiedenen Wechselobjektiven für Fernreisen bzw. Reisen mit besonderen fotografischen Herausforderungen.
Samsung S25 Ultra
Das Samsung S25 Ultra hat ausweislich diverser Testberichte eine der besten Smartphone-Kameras. Eingebaut sind:
- eine Ultra-Weitwinkelkamera F 1.9 mit 50 MP
- Weitwinkelkamera F1.7 mit 200 MP
- Teleobjektiv 1 F3.4 mit 5‑bzw. 10-fach optischem Zoom mit 50 MP
- Teleobjektiv 2 F2.4 mit dreifachem optischem Zoom und 10 MP
Je nach Aufnahmesituation und der Entfernung der Motive kombiniert die Kamera die Bilder aus verschiedenen Objektiven zu wirklich beeindruckenden Aufnahmen.
Während die Mitnahme des Smartphones in früheren Jahren eher als Ergänzung zur „richtigen“ Kamera gedacht war, verwende ich heute auf kürzeren Reisen fast ausschließlich das Smartphone. Die Bilder sind auch bei schwachen Lichtverhältnissen einwandfrei und die herstellereigene Software sorgt für farblich ausgeglichene und kontrastreiche Bilder.
Gleichwohl habe ich meine anderen Digitalkameras noch nicht ausgemustert. Geht es nicht nur um einen Schnappschuss, sondern um Digitalfotos, die nachbearbeitet werden sollen, erstelle ich alle Bilder sowohl als JPEG-Datei als auch im RAW-Format. RAW-Fotos sind weitgehend unbearbeitete Rohdaten vom Kamerasensor, die die maximalen Bildinformationen für eine verlustfreie Nachbearbeitung speichern. Im Vergleich zum JPEG-Format sind RAW-Dateien wesentlich größer, was aber bei den heute verfügbaren Speicherkarten keine große Rolle spielt. Für die Bearbeitung von RAW-Dateien ist spezielle Software erforderlich. Ergänzende Erläuterungen gebe ich im Blog „Bildbearbeitung“, der demnächst erscheinen wird.
Sony DSC-RX100 VI
Die Sony DSC-RX100 VI ist eine hochwertige Kompaktkamera, die mit beeindruckenden Werten glänzen kann:
- 1-Zoll-Sensor mit 20,1 MP
- Brennweite 9–72 mm (24–200 mm KB-Äquivalent)
- Elektronischer Sucher oder Bildschirm
- Lichtstärke F2.8 (Weitwinkel) – F4.5 (Telebereich)
Diese Kamera nehme ich regelmäßig auf Kreuzfahrten etwa in die Karibik oder nach Mittelamerika mit. Ich trage die Kamera in einer Tasche mit Gürtelschlaufe, in die auch noch 1–2 Akkus passen. Die Kamera kommt im Wesentlichen bei Landausflügen zum Einsatz. Merkmal dieser Ausflüge ist, dass zumeist wenig Zeit für eine bewusste Auswahl von Aufnahmestandorten besteht und durch die Reiseleitung ein enges Zeitkorsett vorgegeben ist.
Für meine Aufnahmen verwende ich folgende Einstellungen:
- Aufnahmformat RAW und JPEG; JPEG in der kleinstmöglichen Auflösung, da diese Bilder nur der Kontrolle am Kamerabildschirm dienen. Mit dem Löschen der JPEG-Datei wird automatisch auch die RAW-Datei gelöscht.
- Übernahme von Standortdaten aus dem Smartphone. Für diese Kamera stellt Sony die App „Imaging Edge Mobile“ zur Verfügung. Für die nahtlose Versorgung der Kamera mit Standortinformationen muss in den Einstellungen der App angekreuzt sein, dass der App auch dann Zugriff auf Standortdaten erlaubt wird, wenn sie nicht aktiv ausgeführt wird (Zugriff auf Standort: „Immer zulassen“).
- Für die Belichtung verwende ich im Regelfall den P (Programmautomatik)-Modus, bei dem Verschlusszeit und Blende von der Kamera vorgegeben werden, aber manuell variiert werden können. Typische Beispiele sind Belichtungskorrekturen bei strahlendem Himmel oder der Wechsel von Zeit-/Blendenkombinationen am Einstellring des Objektivs.
Sony alpha 6700

Meine Wahl auf die Sony Alpha 6700 fiel wegen der ausgezeichneten technischen Werte, der positiven Testberichte und insbesondere des geringen Gewichts. Leistungsmerkmale der Kamera sind:
- APS-C-Sensor mit 26,1 MP,
- Bildstabilisierung für eine bis zu fünf Blendenstufen längere Belichtungszeit und damit perfekte Voraussetzungen für freihändige Aufnahmen auch bei dunklen Lichtverhältnissen,
- Klappbares Display für Aufnahmen über Kopf oder in niedriger Position über dem Boden
- Großes Angebot an Objektiven auch von Drittherstellern.
Gegenüber der Sony RX 100 VI hat die Alpha 6700 den Vorteil, dass das Einsatzgebiet durch eine Vielzahl von E-Mount-Objektiven deutlich größer ist. Im nachfolgenden Bild sind die Objektive abgebildet, für die ich mich entschieden habe.
Bei der Auswahl der Objektive habe ich mich von den typischen Aufnahmestandorten bzw. -situationen leiten lassen. Von links nach rechts gesehen verwende ich folgende Objektive:
- Sony 70–350 mm, F4.5–6.3 für Tierfotografie und Objekte, an die nicht näher heranzukommen ist.
- Sony 18–135 mm, F3.5 – 5.6 mein Standard-Reisezoom, klein, leicht und für nahezu alle Außenaufnahmen geeignet
- Tamron 28–75 mm, F2.8 mit fester Blende, lichtstark für Aufnahmen in Gebäuden mit wenig Licht.
- Sony 35 mm, F1.8, lichtstarkes Objektiv im 50 mm Kleinbildformat für Personenaufnahmen. Durch die Lichtstärke sind die Bilder prädestiniert für die Weiterentwicklung, z. B. Zuschneiden.
- Samyang 12 mm, F.2 für Landschaftsaufnahmen mit Weitwinkel
DJI Pocket 2
Bei der DJI Pocket 2 handelt es sich um eine kompakte Kamera mit einem 3-Achsen-Gimbal, der ständig die Position der Kamera anpasst, um Wackler oder Erschütterungen durch Handbewegungen auszugleichen. Die drei Achsen beziehen sich auf Neigung (Tilt), Drehung (Roll) und Schwenken (Pan). Die DJI Pocket 2 erlaubt einen Active-Track-Modus, in dem die Kamera dem Objekt folgt. Gleiche Effekte sind auch von Drohnen bekannt.
Die Videoauflösung ist mit maximal 60 fps nicht mit hochauflösenden Foto- oder Videokameras vergleichbar, die Fotoqualität ist allerdings mit 64 MP vollkommen ausreichend. Für Aufnahmen aus einem Auto oder einem Bus ist die kleine Kamera prädestiniert; das geringe Gewicht erlaubt auch langes Halten in einer Hand und die Helligkeit und Schärfe sind überraschend gut. Ich habe mit dem Gerät auf Fuerteventura Videos aus einem Mietwagen durch die Scheibe gemacht, die scharf und ruhig waren. Einmal ausgerichtet, folgt die Kamera dem Wagen durch Kurven und führt damit zu einem besonderen Seherlebnis.
In der sogenannten Combo-Ausführung erhält man das Gerät mit einem umfangreichen Zubehörset, u. a.
- Drahtloser Mikrofonsender,
- Mikrostativ,
- Weitwinkelobjektiv
- Zusatzakku.
Zubehör
Neben Kamera und ggf. Objektiven gehört auch ein umfangreiches Set an Zubehör zu jeder Fotoausrüstung. Als Minimum zählen dazu:
- einen Satz von 2–3
Reserveakkus mit Ladegerät: Besonders praktisch sind Ladegeräte, bei denen die Akkus in einer stabilen Box mitgeführt werden, die noch zusätzliche Reserve-Speicherkarten aufnehmen und im Falle eines Falles auch als Powerbank verwendet werden können. - Reinigungszubehör für Kamera und Objektive: Für die Reinigung von Objektiven verwende ich Optik-Papier oder ein spezielles Reinigungstuch für Linsen. Flüssige Reinigungsmittel können zu Schlierenbildung führen und werden von mir nicht eingesetzt.
- Für die Sony Alpha 6700 habe ich einen Satz unterschiedlicher Filter, von Polarisationsfiltern über Graustufenfilter unterschiedlicher Tönung. Diese Filter verwende ich aber relativ selten.
Aus früheren Zeiten besitze ich noch einige große Stative, die aber kaum zum Einsatz kommen. Das hohe Gewicht und die Zeit bis zum Aufbau und Justierung lassen eine Verwendung für meine Zwecke kaum noch zu.- Als Alternative bieten sich kleinere Stative an, die der Kamera einen festen Halt bieten. Das abgebildete Stativ kann auch als Handgriff für die Kamera verwendet werden, wobei typische Funktionen wie Zoom oder Auslösung auch mit dem Handgriff ausgeführt werden können.