Mit dem Reiseverlauf entstehen vielfältige Eindrücke und Erfahrungen, an die man sich auch nach Jahren gerne erinnert. Bei den verschiedenen Reisen lernt man auf der einen Seite den stillen Genießer kennen, der die Eindrücke und Erfahrungen des Reiselands aufnimmt und sich nur die ein oder andere Notiz in ein Reisetagebuch macht, und den Fotografen, der schon nach wenigen Tagen die 1000er-Marke an Digitalfotos erreicht hat. Ich versuche, den Reiseverlauf durch bewusste Auswahl von Motiven und durch einige weitere Maßnahmen für die Nachbereitung festzuhalten.
- Anhand einer Routenaufzeichnung kann der Reiseverlauf auch nach Jahren nachvollzogen werden.
- Die Verwaltung von Fotos wird deutlich einfacher, wenn der Standort der Aufnahme mit dem Digitalfoto verbunden ist.
- Essenziell ist eine tägliche Sicherung der Aufnahmen in die Cloud oder auf ein externes Speichergerät.
- Wichtige Eindrücke des Tages halte ich in meinem Evernote-Notizbuch fest.
Routenaufzeichnung
Die Routen können entweder über externe Geräte wie GPS-Tracker oder über das Smartphone aufgezeichnet werden.
Externe GPS-Logger, wie das hier abgebildete Gerät mit der Bezeichnung „Minihomer“, waren in der Vergangenheit eine beliebte Möglichkeit zur Aufzeichnung von Routen. Das hier abgebildete Gerät der Firma Navin kann 250 000 Trackpunkte aufzeichnen. In den Einstellungen kann die Dichte der Aufzeichnung durch die Wahl der Fortbewegung (z. B. Fußgänger, Autofahrer, Flugzeug) und damit der zeitliche Abstand der einzelnen Trackingpunkte variiert werden. Zudem kann eingestellt werden, dass der GPS-Logger im Ruhezustand die Aufzeichnung unterbricht. Zum Lieferumfang der Geräte gehört im Regelfall auch eine Software, mit der sich die Trackingpunkte bzw. die Route auf einer Karte darstellen lassen.
Das Tracking bzw. Logging während einer Reise funktioniert im Allgemeinen gut, die Geräte haben nach meinen Erfahrungen aber auch einige Nachteile:
- Die Akkukapazität ist begrenzt, sodass bei einer ganztägigen Fahrt oft die Verwendung einer Powerbank zur Stromversorgung erforderlich ist.
- Bei längeren Reisen ist die Kapazität des Speichers nach einigen Tagen erschöpft. Wenn dann kein PC zum Auslesen der Trackingpunkte zur Verfügung steht, kann mit der Routenaufzeichnung nicht fortgefahren werden.
- Der größte Schwachpunkt ist nach meiner Ansicht die mitgelieferte Software. Bei einer Reihe von Geräten war nach einigen Jahren die Anzeige der Route nicht mehr möglich, da die Software mit der aktuellen Version von Google Maps nicht mehr kompatibel war. Kommen die Geräte in die Jahre oder stellt der Hersteller die Produktlinie ein, wird auch Software nicht mehr weiterentwickelt. Hier hilft nur die rechtzeitige Konvertierung der Dateien mit den Trackpunkten in ein Standardformat wie GPX (GPS Exchange Format) oder KML/KMZ für Google Earth und Google Maps.
Seit ein paar Jahren verwende ich die Software My Tracks auf meinem Samsung-Smartphone. Ich verwende die Software in der lizenzierten Version, die neben der Aufzeichnung der Routen auch den Export der Dateien auf das Smartphone oder in die Cloud erlaubt.
Grundsätzlich hat die Verwendung einer GPS-Logging-App auf dem Smartphone folgende Vorteile:
- Durch den Speicher des Smartphones sind die Aufzeichnungen von Routen volumenmäßig nicht beschränkt.
- Durch die Integration von GPS-Funktionalität und Google Maps ist die Funktionsfähigkeit der Apps dauerhaft sichergestellt.
- Nach meinen Erfahrungen ist der Akkuverbrauch dieser Apps überschaubar und reicht für die ganztägige Aufzeichnung einer Route. Im nebenstehenden Beispiel wurde die Route in Neuseeland ganztägig mit einer Fahrzeit von 7,5 Stunden bei gleichzeitiger Nutzung des Smartphones für diverse andere Aufgaben aufgezeichnet.
- Symbolisiert durch rote Punkte werden Kamerafotos des Smartphones automatisch mit der Route verknüpft.
- Besonders wichtig ist für mich der Download der Routeninformationen in verschiedenen Dateiformaten (CSV, GPX, KML oder KMZ) auf das Smartphone oder in eine Cloud. Damit können die Routeninformationen für die Nachbereitung der Reise aufbereitet werden. Dies werde ich in einem separaten Beitrag im Fotoblog darstellen.
Standortbestimmung
Neben der Aufzeichnung der Routeninformationen im Smartphone und einer direkten Verbindung zu den mit der Smartphone-Kamera erstellten Fotos ist auch für andere Kameras die Zuordnung der Bilder zu dem Aufnahmestandort wünschenswert. Hierzu stehen definierte Felder im EXIF-Abschnitt eines jeden Digitalfotos zur Verfügung. In der Vergangenheit habe ich für meine Nikon-Digitalkameras spezielle GPS-Tacker verwendet, die auf dem Blitzschuh der Kamera installiert wurden und über eine Kabelverbindung die GPS-Daten mit jeder Aufnahme in die EXIF-Dateien des Fotos eingespielt haben. Diese Geräte werden heute zunehmend seltener, insbesondere weil diverse Kameras keinen Blitzschuh mehr aufweisen oder diese Geräte für bestimmte Kameramodelle nicht mehr hergestellt werden.
Heute können GPS-Informationen vielfach über die Apps bereitgestellt werden, die Kamerahersteller für ihre einzelnen Modelle entwickeln. In diesem Beispiel ist der Startbildschirm der App „Creator´s App“ dargestellt, die Sony für meine Kamera Sony Alpha 6700 entwickelt hat. Mit dieser App kann die Kamera fernbedient werden, Bilder auf das Smartphone oder in die Cloud übertragen werden, Firmware-Updates können übertragen und verschiedene Kamera-Einstellungen geändert werden.
Zu letztgenannten Funktionen gehören die Übertragung von Standortinformationen oder das aktuelle Datum/Zeit-Format in Abhängigkeit vom Standort des Smartphones.
Damit die Übertragung der GPS-Daten dauerhaft und ohne Unterbrechungen funktioniert, müssen mehrere Einstellungen im Smartphone vorgenommen werden:
- Bluetooth muss sowohl in der Kamera als auch im Smartphone aktiviert sein.
- Für die entsprechende App muss auf dem Smartphone die Energiesparfunktion deaktiviert werden.
- Die App muss durchgehend im Hintergrund laufen, sonst unterbricht die Übertragung der GPS-Daten.
- Versehentliche Beendigung der Apps,
- Es dauert eine Weile, bis nach dem Einschalten der Kamera die Blutetooth-Verbindung zum Smartphone hergestellt wird; Schnappschüsse können daher auch ohne GPS-Daten versehen sein.
- Je nach Aufbewahrung des Smartphones kann der Verlust des GPS-Signals drohen; bei der Montage des GPS-Tackers auf dem Blitzschuh der Kamera hat es den Verlust des Signals nie gegeben.
Tägliche Sicherung
Die täglichen Aufnahmen sollen auch sicher und ohne Verlust den Weg zum heimischen PC finden. Eine Sicherung der Digitalfotos während der Reise ist daher ebenso unabdingbar wie die Sicherung der Daten auf dem heimischen PC. Zur täglichen Sicherung existieren verschiedene Möglichkeiten:
- Manche Kameras verfügen über zwei Kartenschächte, von denen einer für das parallele Beschreiben bzw. Duplizieren verwendet werden kann.
- Die Dateien können auf das Smartphone bzw. auf einen Cloud-Speicher übertragen werden.
- Die Fotos können auf ein externes Speichermedium gesichert werden.
Es gehört zu den allgemeinen Grundsätzen einer Datensicherung, dass Quelle und Ziel einer Sicherung an getrennten Orten aufbewahrt werden sollten. Alternative 1 entfällt somit, da mit dem Verlust der Kamera auch das Backup verloren wäre.
Alternative 2 kann sowohl langwierig als auch kostenintensiv sein. Da ich überwiegend im RAW-Format fotografiere, haben die einzelnen Aufnahmen einen Umfang zwischen 25 und 30 MB. Eine tägliche Sicherung von mehreren Hundert Aufnahmen in die Cloud würde erstens sehr lange dauern und bei Verwendung des eigenen Mobilfunktarifs im Ausland auch kostspielig werden.
Aus diesen Gründen bevorzuge ich die 3. Alternative, die Sicherung der Daten auf ein externes Speichermedium. Ich verwende ein älteres Modell des Video- und Fotospeichers NEXTODI, der heute nicht mehr hergestellt wird. Er verfügt über einen SD-Kartemleser, eine 1 TB große Festplatte und verschiedene Funktionen für ein vollständiges oder inkrementelles Backup der Speicherkarten. Zudem wird mit jedem Kopiervorgang eine Verifikation des Lesevorgangs durchgeführt. Dieses Gerät verbleibt im Koffer und wird nur abends für die tägliche Datensicherung verwendet.
Dokumentation des Reiseverlaufs
Ich möchte an dieser Stelle nicht eine Lanze für ein umfangreiches Reisetagebuch brechen. Während unserer Reisen habe ich häufig erlebt, dass Mitreisende die Ausführungen der Reiseleiter in weiten Teilen mitgeschrieben haben, z. B. Ausführungen zu Land und Leuten oder zu einzelnen Sehenswürdigkeiten. Ich habe es mir eher zur Regel gemacht, am Ende eines Reisetages die wichtigen Erlebnisse Revue passieren zu lassen. Auf dieser Basis dokumentiere ich einige wenige Informationen in meinem Evernote-Notizbuch. Diese Informationen sollen mir im Nachhinein bei der Aufbereitung der Reise helfen.
Evernote erleichtert mit verschiedenen Funktionen die zentrale Verwaltung aller während der Reise eingesammelten Unterlagen wie Eintrittskarten, Reisebroschüren oder Quittungen. Die Android-Funktion hat eine integrierte Kamerafunktion; unter IOS kann die App Evernote Scannable verwendet werden (die ich allerdings nicht kenne). Die integrierte Kamerafunktion unterstützt das automatische Zuschneiden eines Dokuments und die Speicherung entweder als durchsuchbares PDF oder als Image.
In der neuesten Version von Evernote sind auch KI-Funktionen wie das Zusammenfassen oder Umformulieren von Texten, die Erstellung von Flussdiagrammen und Mindmaps und ein KI-Detektor enthalten, der KI-generierte Inhalte erkennen soll. Diese Funktionen werde ich in der kommenden Zeit ausprobieren und hier über meine Erfahrungen berichten.
Nachbereitung der Reise
Nach der Rückkehr mit vielen Eindrücken, vollen Speicherkarten und den unterwegs gesammelten Tickets, Reisebroschüren und Rechnungen lasse ich die Reise Revue passieren:
- Die (restlichen) von der Reise in Papierform mitgebrachten Unterlagen werden digitalisiert, abgelegt und zusätzlich in Evernote unter dem jeweiligen Tag gespeichert. Dies betrifft nur Unterlagen, von denen ich einen besonders hochwertigen Scan für die Weiterverarbeitung in meinen Fotobüchern benötige.
- Die Fotos werden auf verschiedenen Speichermedien gespeichert und mit verschiedenen Softwarepaketen verwaltet und bearbeitet. Hierzu werde ich einen eigenen Beitrag „Fotos verwalten“ erstellen.
- Zuletzt erstelle ich für jede Reise ein oder auch mehrere Fotobücher, die den Verlauf der Reise dokumentieren. Auch hierzu wird es einen Beitrag „Fotobücher“ geben.