Dr. Martin Fröhlich

Mobile Erreichbarkeit im Ausland

Übersicht

Mobil erreichbar bleiben

Mobile Erreichbarkeit im Ausland ist ein wichtiger Faktor für einen erfolgreichen Reiseverlauf. Dies gilt nicht nur für die Erreichbarkeit durch Familienangehörige, Datenverbindungen für Social-Media-Apps und zur heimischen Smart-Home-App, sondern zunehmend auch für die Funktionsfähigkeit von auf Reisen genutzten Apps, die ohne eine ständige Verbindung ins Internet nicht funktionieren. Als Beispiel seien die im Beitrag Reiseabwicklung genannten Apps zur Standortbestimmung und zur Routenführung genannt.

Bei der Bereitstellung von Telekommunikations- und Datendiensten im Ausland oder bei Sonderfällen wie Kreuzfahrten legen sich dem Reisenden einige Fallstricke in den Weg.  

In den folgenden Abschnitten beschreibe ich meine Erfahrungen mit Reisen in EU-Länder, in Länder außerhalb der EU und für den Sonderfall Internet auf hoher See bei Kreuzfahrten.

Länder innerhalb der EU

Unter dem Stichwort „Roam Like at Home“ können Mobilgeräte in der gesamten EU/EWR (sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen) ohne zusätzliche Kosten für Telefonate, SMS und Datendienste genutzt werden. Es gelten die gleichen Inlandstarife wie zu Hause. Die Regelung, die ab Januar 2026 auch auf Moldawien und die Ukraine ausgeweitet wurde, sieht „Fair-Use“-Beschränkungen vor. Über eine „Fair-Use-Policy“ will die EU eine missbräuchliche Nutzung des EU-Roamings etwa bei einem dauerhaften Aufenthalt im Ausland verhindern. Hierfür geben Anbieter in bestimmten Tarifen eine Obergrenze für das Datenvolumen vor oder verlangen Aufschläge bei Verletzung bestimmter Kriterien (Aufenthaltsdauer im Ausland, längerer Zeitraum der Inaktivität einer SIM-Karte).  

Länder, die in EU-Roaming eingeschlossen sind
Quelle: https://www.allnet-flatrate.net/eu-roaming-gebuehren.html

Auch beim EU-Roaming gibt es ein paar Stolperfallen. Die Länder, die in die Roaming-Vereinbarungen eingeschlossen sind, unterscheiden sich zwischen den einzelnen Telekommunikationsanbietern. 

Während die in der nebenstehenden Grafik grün markierten Länder in den Roamingtarifen aller Anbieter inkludiert sind, gibt es bei anderen Ländern wie Großbritannien oder der Schweiz Unterschiede. Bei der Telekom sind etwa die Länder Schweiz und Großbritannien im EU-Roaming enthalten. Beim Anbieter PremiumSIM muss für die Schweiz ein Zusatztarif abgeschlossen werden.

Zusammengefasst kann bei Reisen innerhalb der EU und bei den meisten Anbietern auch nach Großbritannien oder in die Schweiz das Smartphone wie im eigenen Land verwendet werden. Zubuchungen etwa eines größeren Datenvolumens können sinnvoll sein, wenn das Surfen im Internet oder die Nutzung von Informationsdiensten nicht über ein WLAN im Hotel, sondern über das Datenvolumen des Mobiltarifs abgewickelt werden muss.

Während unserer Reisen haben wir verschiedentlich erlebt, dass WLAN im Hotel entweder kostenpflichtig war oder nur einen geringen Datendurchsatz aufweist. In diesen Fällen kann man besser das eigene Smartphone für eine stabile Internet-Verbindung nutzen.

Weitaus komplexer stellt sich die Nutzung von Telekommunikations- und Datendiensten bei Reisen außerhalb der in das EU-Roaming einbezogenen Länder dar.

Länder außerhalb der EU

Buchung von Zusatzleistungen

Bei Reisen in nicht durch das EU-Roaming erfassten Länder reichen die Standardleistungen des eigenen Mobilfunktvertrags nicht aus, um erreichbar zu bleiben und das Internet im Reiseland zu nutzen. 

Die Möglichkeiten der Zubuchung von Telekommunikations- und Datendiensten innerhalb des eigenen Vertrags sind bei den Anbietern sehr unterschiedlich. So können bei der Telekom in den MagentaMobil-Tarifen bei Reisen in Länder außerhalb der EU volumen- oder zeitabhängige Zusatzpakete gebucht werden. Die Angebote umfassen Roaming-Pakete für Länderguppen 1–4 oder landesspezifische Pakete. Je nach Reiseziel und Reisedauer können unterschiedliche Pakete für ein spezifisches Land (etwa USA) oder für die Länderguppe, die dem Reiseland zugeordnet ist, gebucht werden (etwa Länderguppe 2 bei der USA). Die Telekom bietet zusätzlich Tarife wie Roaming-Basis- und Komfortpakete oder spezielle Datenpakete mit unterschiedlichen Laufzeiten und Datenvolumen auf Landes- oder Länderguppenbasis an. Hier besteht die Qual der Wahl, welches Paket die Anforderungen der Reise am besten abdeckt. Andere Anbieter wie PremiumSIM bieten außerhalb des EU-Roaming kein vergleichbares Angebot. Hier werden Telefonate und Datendienste minutengenau oder pro KB berechnet, was schnell zu hohen Kosten führen kann. Bei PremiumSIM gibt es zwar eine Obergrenze von 59,50 für Datenverbindungen, gleichwohl sollte man bei Anbietern mit gleichen Vertragskonditionen eher auf Alternativen umsteigen und die Nutzung des eigenen Vertrags im Ausland vermeiden.

Eine sinnvolle Alternative ist die Verwendung einer zweiten SIM-Karte.

Nutzung von 2 SIM-Karten

Moderne Smartphones bieten verschiedene Möglichkeiten, für Aufenthalte im Ausland alternative Tarifmodelle abzubilden. Viele Smartphones können entweder zwei verschiedene SIM-Karten oder – wie mein Samsung S26 Ultra – neben der Standard-SIM mehrere eSIM verwalten. Eine eSIM ist eine virtuelle SIM-Karte, die über eine App oder einen QR-Code aktiviert wird. Alle Funktionen einer klassischen SIM-Karte sind nutzbar.

Die SIM-Einstellungen werden bei Android über die Funktion „Einstellungen → Verbindungen → SIM‑Manager“ verwaltet. Über die Einstellungen im SIM-Manager können die verschiedenen SIMs nicht nur aktiviert oder temporär deaktiviert werden, sondern den verschiedenen Diensten Anrufe, Nachrichten und Mobile Daten können unterschiedliche SIMs zugeordnet werden. Durch Kombination unterschiedlicher SIM bzw. Telekommunikationsanbieter kann ein optimales Dienste-Portfolio zusammengestellt werden.

Dies möchte ich am Beispiel unserer im Jahr 2025 nach Neuseeland unternommenen Reise erläutern. Diese Reise umfasste mehrere Destinationen:

  • 3 Tage Aufenthalt in Singapur
  • 25 Tage Aufenthalt in Neuseeland

Zum Zeitpunkt der Reise bestand ein Mobilfunkvertrag mit der Telekom. Für meinen Magenta-Tarif habe ich den Zusatztarif „Travel Mobil Basic World“ für die Ländergruppe 3 gebucht, der zum Preis von 29,95 € folgende Leistungen umfasst:

  • Laufzeit 1 Monat
  • 200 Minuten Telefonie
  • 200 SMS
  • 5 GB Internet-Nutzung

Zusätzlich habe ich über das Internet bei dem neuseeländischen Anbieter Spark ein 50‑GB-Datenpaket mit eSIM zum Preis von 69 NZD (ca. 35 EUR) erworben. Die eSIM war über einen QR-Code schnell eingerichtet, kann aber erst mit der Ankunft in Neuseeland aktiviert werden.

Für die Reise habe ich dann folgende Einstellungen im SIM-Manager vorgenommen:

  • Für den Zwischenaufenthalt in Singapur habe ich den Telekom-Tarif „Basic World“ für Anrufe, Nachrichten und mobile Daten genutzt. Die eSIM war deaktiviert.
  • Bei der Ankunft in Neuseeland habe ich die eSIM des Anbieters Spark aktiviert und unter der Einstellung „Mobile Daten“ die eSIM ausgewählt. Anrufe und SMS habe ich weiterhin über die Telekom-SIM-Karte entgegengenommen, um für Dritte unter meiner bekannten Telefonnummer erreichbar zu bleiben.

Am Ende der Reise waren noch ca. 100 Gesprächsminuten und 20 GB Datenvolumen übrig.

Was ist aber zu tun, wenn der eigene Standardtarif nicht erweitert werden kann? Bedeutet das, auf Telefonie gänzlich zu verzichten?

Verzicht auf Telefonie

Telefonhörer Analogtelefon mit Smartphone Wenn der eigene Vertrag keine Erweiterungen für das Nicht-EU-Ausland erlaubt und damit eine Kostenfalle droht, ist es sinnvoll, die eigene Standard-SIM-Karte für die Dauer der Reise zu entfernen oder zu deaktivieren.

Im Prinzip kann dann eine SIM-Karte eines lokalen Telekommunikationsanbieters im Reiseland eingesetzt werden, die alle Dienste wie Telefonie, SMS und Mobile Daten umfasst. Nach meinen Erfahrungen ist diese Lösung aber aus mehreren Gründen wenig praktikabel:

  •  Mit der neuen SIM-Karte erhält man auch eine neue Rufnummer. Ausgehende Gespräche sind möglich, für Dritte ist man aber nicht erreichbar, da die neue Rufnummer unbekannt ist.
  • Der Vertrag ist im Regelfall deutlich teurer als ein Volumenvertrag ohne Telefonie und SMS
  • In nordischen Ländern habe ich erlebt, dass die SIM-Karte im Land noch aktiviert werden musste, was ohne die freundliche Mithilfe des Mitarbeiters in einem Telefonladen für mich nicht zu bewerkstelligen war.

Nach meinen Erfahrungen ist der Kauf eines festen Datenvolumens bei einem Anbieter aus dem Reiseland die preisgünstigste Lösung. Die fehlende Telefonie kann zumindest für Familienmitglieder und Bekannte durch Messenger-Apps ersetzt werden. WhatsApp bietet Telefon- und Videofunktionalitäten, die auf Basis eines Datentarifs funktionieren. Für andere Anrufer gibt es den Anrufbeantworter. 

In bestimmten Fällen kann es sinnvoll sein, sich eines Anbieters zu bedienen, der Datenvolumen für viele Länder der Welt anbietet. Der Anbieter Yesim bietet Pakete für einzelne Länder, und Regionen wie Südamerika oder Karibik, Welttarife für jeweils mehr als 82 Länder und sogar Tarife für einzelne Städte an (u. a. für Dubai, Tokio, New York). Besonders für Rundreisen durch verschiedene Länder ist die Option »Regionen« interessant. 

Die bisher genannten Alternativen für die mobile Erreichbarkeit während eines Urlaubs funktionieren in Flugzeugen oder auf hoher See nicht. Da mir die Erfahrungen in Flugzeugen fehlen, abschließend noch ein paar Überlegungen zu den Internetverbindungen während einer Kreuzfahrt.

Internet auf hoher See

Häfen und Seetage

Satellitenschüssel vor Abenddämmerung

Für Kreuzfahrtschiffe sind die Standardtarife der Mobilfunk-Anbieter grundsätzlich nicht gültig. Die Internet-Verbindung wird über Satellitenfunk hergestellt. Wir haben schon eine Reihe von Kreuzfahrten sowohl in Europa als auch in Mittelamerika und in der Karibik gemacht. Auch hier stellen sich Fragen hinsichtlich der Erreichbarkeit während der Reise und der Nutzung liebgewonnener Dienste wie der Tageszeitung auch auf Seetagen. 

Für die Nutzung des Internets bzw. die Führung von Telefonaten ist zwischen dem Aufenthalt in einem Hafen und Seetagen zu unterscheiden.

Bei einem Aufenthalt in Häfen der EU funktionieren die Standard-Telefontarife mit EU-Roaming. Bei Häfen außerhalb der EU können entweder Zusatzleistungen zum Standardtarif oder Datenkontingente von spezialisierten Anbietern erworben werden. Für eine Kreuzfahrt durch mittelamerikanische Länder bietet das Paket Südamerika des Anbieters YESIM einen Internet-Zugang in den meisten Häfen, die durch das Schiff angelaufen werden. 5 GB mit einer Laufzeit von 30 Tagen sind etwa für 15 € erhältlich.

Während der Seetage sollten alle Standardtarife des eigenen Smartphones deaktiviert werden, um hohe Kosten durch versehentliches Verbinden des Smartphones mit den kostenpflichtigen Satellitendiensten zu verhindern. Hier wird man auf die Tarife des Kreuzfahrtanbieters zurückgreifen.

Tarife auf Kreuzfahrtschiffen

Die großen Kreuzfahrtreedereien bieten eigene Internet-Tarife an, die auf den Schiffen genutzt werden können. Aus eigener Erfahrung kenne ich nur die Tarife der TUI-Mein-Schiff-Flotte. Die Reederei hat die Datentarife Ende 2025 geändert. Bis dahin galten folgende Tarife:

  • Die schiffseigene App mit Informationen zum Bordleben und für Buchungen von Zusatzleistungen konnte auch ohne Inanspruchnahme des eigenen Datenvolumens im schiffseigenen WLAN verwendet werden.
  • Im Pro-Tarif bekam der Reisende ein Kontingent von einigen Hundert KB für die Nutzung des Internets. Zusätzliches Datenvolumen konnte vor der Reise oder – zu einem höheren Tarif – während der Reise gebucht werden.
  • Der Internetzugang konnte mittels der Schiffs-App aktiviert und deaktiviert werden, um Hintergrundaktivitäten von Apps, die eine ständige Datenverbindung verlangen, zu unterbinden.

     

Seit Ende 2025 wurden die Internet-Preise und die Buchungsmöglichkeiten überarbeitet. Internet-Tarife sind erst mit Beginn der Reise und nachdem das Freikontingent aufgebraucht ist, buchbar. Im Pro-Trarif bekommt jeder Passagier 350 MB Datenvolumen. Danach können folgende Tarife hinzugebucht werden:

  • SurfMax mit einer Flatrate, einer Dauer von 7 Tagen und für ein Gerät zum Preis von 175 €,
  • SurfFlow mit einem Datenvolumen von 10 GB, einer Dauer von 7 Tagen und für 3 Endgeräte zum Preis von 89 Dauer,
  • SurfStream mit einem Volumen von 25 GB, Dauer 7 Tage, 3 Endgeräten und einem Preis von 119 €
  • SurfLight  mit 1 GB, 7 Tagen und 3 Endgeräten zum Preis von 15 Euro.

Ergänzend wird noch ein SurfSocialMedia-Tarif für 7 Tage und einem Preis von 59 € angeboten.

Im April 2026 werde ich die Gelegenheit haben, die neuen TUI-Tarife auszuprobieren und an dieser Stelle darüber berichten.

Auch andere Kreuzfahrtreedereien bieten ähnliche Tarifstrukturen. AIDA hat ebenfalls verschiedene Internet-Tarife, macht aber auf der Internet-Seite keine Angaben zu Preisen. Laut Google-Abfrage betragen die Preise zwischen 5 € am Tag für Social-Media-Nutzung bis zu 15 € am Tag für eine Flatrate mit zwei Geräten.

Nach meinen Erfahrungen ist ein Tarif von 1 GB für das Hochladen der Tageszeitung, die Durchsicht von Portalen wie dem Spiegel und einen kurzen Austausch von Nachrichten per WhatsApp ausreichend. Voraussetzung sind einige wenige Grundsätze der Datensparsamkeit, die man bereits vor Antritt der Reise beherzigen sollte. 

Datensparsamkeit

Für Kreuzfahrten erhält der Begriff der Datensparsamkeit eine neue Bedeutung. Soweit möglich, sollten alle Informationen und Dienste vorab zu Hause geladen und offline verfügbar gemacht werden. Das gilt für Bücher auf dem eReader, die schon vor der Reise beschafft werden sollten, über die Zusammenstellung der Playlisten auf dem Smartphone bis zur Offline-Speicherung von Videos aus dem bevorzugten Streaming-Dienst.

 Smartphones und Tablets haben eine Speicherkapazität, die locker für eine mehrwöchige Reise reicht. Werden diese Ratschläge beherzigt, reicht auch ein geringes Datenvolumen, um während der Seetage einer Kreuzfahrt mit Informationen aus der Heimat versorgt zu sein.