Dr. Martin Fröhlich

Planung einer Pauschalreise

Übersicht

Ausprägungen einer Pauschalreisen

Pauschalreisen werden in unterschiedlichen Ausprägungen angeboten. Als gängigste Formen für die – mit zunehmendem eigenen Planungsaufwand verbundenen – unterschiedlichen Kombinationen von Reiseleistungen gelten: 

  • Klassische Pauschalreisen, bestehend aus Transport zum Urlaubsort, Unterkunft und ggf. Verpflegung (auch als Katalogangebote bezeichnet),
  • Bausteinreisen, bei denen das Reisepaket (Flug, Mietwagen, Hotel) aus den Angeboten eines Veranstalters zusammengestellt werden kann,
  • Spezialformate wie Aktivurlaub, Radtouren mit Gepäck-Beförderung, Selbstfahrer-Reisen.

Katalogreisen der großen Reiseveranstalter nehmen dem Reisenden bis auf die Wahl des Reiseziels alle Planungsaktivitäten ab. Beliebt sind All-Inclusive-Pakete, die neben Vollpension auch das Getränkeangebot umfassen. Neben den klassischen Bade- oder Familienurlauben gehören auch die meisten Studien- und Kulturreisen zu den sogenannten Kalatogreisen. Die Freiheitsgrade bei der Buchung sind zumeist gering und beschränken sich zumeist auf den Transport zum Zielort oder auf zusätzlich zu bezahlende Ausflüge vor Ort.
 
Bausteinreisen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind Ausdruck einer wachsenden Individualisierung des Urlaubs. Viele Urlauber möchten die „schönste Zeit des Jahres“ nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten, ohne auf den Komfort und die Sicherheit einer Pauschalreise zu verzichten. Typische Bausteinleistungen sind variable Transportmöglichkeiten mit Flug oder Bus, unterschiedliche Zimmerkategorien oder verschiedene Zusatzleistungen wie Mietwagen, Ausflüge und Besichtigungen. 

Urlauber mit speziellen Vorlieben finden ein breites Angebot für Aktivreisen (Wander- oder Kletterurlaub), Radtouren mit einem breiten Angebot in vielen Ländern und Selbstfahrer-Reisen. Zu letztgenannten zählen neben der eigenen Anreise an den Urlaubsort insbesondere geplante Touren mit einem vorgebuchten Hotelkontingent, eine durch den Veranstalter geplante Route und Vorschläge für ein Besuchsprogramm.

Alle Formen einer Pauschalreise haben wir bereits er- und durchlebt, die zu folgenden Erfahrungen bei der Anbieterauswahl geführt haben.

 

Anbieterauswahl

Der wichtigste Faktor für den Erfolg einer Pauschalreise ist die Wahl eines geeigneten Anbieters. Die Kriterien für die Auswahl eines Anbieters können – abhängig von der gewählten Reiseart – unterschiedlich sein. 

Für einen Badeurlaub im gewünschten Land und im gewünschten Hotel wird es sinnvoll sein, bei annähernd gleichen Leistungen nach dem preisgünstigsten Anbieter zu suchen. Sofern die Reise auch ein Besuchsprogramm umfasst oder gar als Studien- oder Kulturreise geplant werden soll, sollte auf das Reiseangebot und Art und Form der Reisedurchführung ein größeres Augenmerk gelegt werden.

 Nach meinen Erfahrungen sollte ein Reiseveranstalter für eine Studien- und Kulturreise 

  • ein adäquates Programm anbieten (z. B. UNESCO-Weltkulturerbestätten, Museen, bekannte Bauwerke, typische Landschaften, ggf. Kontakte zur einheimischen Bevölkerung)
  • die wesentlichen Programmpunkte in den Reisepreis inkludieren,
  • Auskunft über Art und Landeskenntnisse des Reiseleiters geben,
  • eine Hotelliste und die Form der Verpflegung in der Reisebeschreibung angeben,
  • individuelle Beförderungsmöglichkeiten möglich machen (unterschiedliche Abflughäfen, Beförderungsklassen (Premium Economy, Business Class)).
 
Bei Reisen in Kontinente außerhalb von Europa sollte der Wahl des Anbieters noch größere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Im Jahr 2025 haben wir eine vierwöchige Reise nach Neuseeland unternommen, wobei wir uns letztlich für den (teuersten) Anbieter Studiosus entschieden haben. Ausschlaggebende Gründe waren:
  •  umfassende Informationen über Reiseverlauf, Übernachtungen und touristische Höhepunkte,
  • anerkannt gute Reiseführer,
  • kleine Gruppen mit maximal 25 Teilnehmern (auf dieser Reise), 
  • Status des Reiseanbieters als zuverlässiger und erfahrener Reiseveranstalter.
 
Im Nachhinein sind unsere Erwartungen nicht enttäuscht worden. Wir hatten eine sehr erfahrene und engagierte Reiseleiterin und Gruppenmitglieder, die teils schon mehr als 20 Reisen mit Studiosus unternommen haben.
 

Aber auch Bausteinreisen bzw. Selbstfahrerreisen haben ihren Reiz, insbesondere wenn die Reiseziele in Europa liegen. 

Unsere erste Selbstfahrerreise haben wir 2008 nach Norwegen durchgeführt. Von unserem Reiseveranstalter TUI/Wolters haben wir damals eine umfangreiche Kladde mit ausführlichen Routenbeschreibungen, Flyer von Hotels und Sehenswürdigkeiten und Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten auf unseren täglichen Routen erhalten. Auch Alternativrouten, um tägliche Strecken abzukürzen oder zusätzliche touristische Ziele anzufahren, waren enthalten. 

In dieser umfangreichen und umfassenden Form haben wir das bei ähnlichen Reisen nicht wieder erfahren. 

Nach meinen Erfahrungen lohnt es sich weiterhin, bei Selbstfahrerreisen mit spezialisierten Anbietern zusammenzuarbeiten, die flexibel auf individuelle Wünsche im Hinblick auf die Reiseroute oder die Unterkunft reagieren (können).

Mit dem Anbieter Geotura aus Heidelberg haben wir eine Selbstfahrerreise durch die Toskana und eine Rundreise durch Spanien und Portugal durchgeführt. Neben den üblichen Reiseunterlagen (z. B. Hotelgutscheinen) bekamen wir ein auf unseren Reiseverlauf abgestimmtes Booklet mit vielfältigen Informationen, die uns auf der Reise sehr nützlich waren:

  • Kurze Beschreibung unserer Reiseorte mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten,
  • Tipps für Ausflüge in der Nähe unserer Reiseziele,
  • Vertiefende Informationen zu den einzelnen Städten und Orten, u. a. Sehenswürdigkeiten, gastronomische Höhepunkte der Region, Restaurant-/Bar-Empfehlungen.  

 

Eigene Planungsaktivitäten

Auch bei der Buchung von Pauschalreisen ist ein gewisses Maß an eigener Planung unerlässlich.

Wie bei individuell geplanten Reisen lege ich auch für jede Pauschalreise ein Notizbuch in Evernote an. Für jeden einzelnen Tag wird eine Notiz mit der Standardtabelle eingerichtet. In dieses Gerüst trage ich dann alle Daten ein, die für die Reise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt wurden:

  • Flugzeiten und Sitzplätze
  • Beschreibung der Reisedestinationen
  • Adresse der Unterkünfte, Links zur Homepage der Unterkünfte
  • Gebuchte Ausflüge

Diese Informationen werden ergänzt um alle Aktivitäten, die selbst zur Vervollständigung der Reise unternommen wurden, sowie um Zusatzinformationen, die für die Reise nützlich sein können. 

Auch bei Pauschalreisen muss der Reisende:

  • den Weg zum Flugplatz bzw. das Parkhaus selbst organisieren,
  • ggf. den Transfer vom Flugplatz am Ankunftsort zum Hotel selbst vornehmen,
  • sich vorab über die Restaurants für die Einnahme des Abendessens informieren.
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Auch bei Bausteinreisen beginnt die Reise oft nicht vor der Haustür. Bei Selbstfahrer-Reisen beginnt die Reise am ersten Reiseziel. Bei unserer Reise mit Geotura durch die Toskana war der Startpunkt Bologna und der Endpunkt der Reise die Stadt Pietrasanta. Für die Strecken bis Bologna und ab Pietrasanta waren Routen festzulegen, Unterkünfte zu buchen und touristische Besichtigungsobjekte auszuwählen. Ein Teil der Reise wurde mit dem Handwerkszeug einer Individualreise geplant.

Zwischen der Planung einer Reise und dem Reiseantritt kann ein längerer Zeitpunkt liegen. Bei unseren Reisebuchungen sind Zeiträume von bis zu 2 Jahren keine Seltenheit (etwa bei Kreuzfahrten). 

Genügend Zeit also für die Reisevorbereitung.